Standortstrategien von Agenturen: „Mehr Flexibilität, weniger Präsenzkultur“ (Studie)

Für viele Agenturchefs von Werbe- und Kommunikationsagenturen ist der Standort ein wichtiger oder sehr wichtiger Erfolgsfaktor. Das ist das Ergebnis einer Studie, die Tina Mons, Absolventin des Studiengangs Werbung und Marktkommunikation an der Hochschule der Medien, in ihrer Abschlussarbeit durchgeführt hat.

Werbeagenturen wie Jung von Matt, Scholz & Friends, Serviceplan oder Zum goldenen Hirschen haben in den letzten Jahren in immer mehr deutschen Städten Büros eröffnet. Deshalb hat Tina Mons in ihrer Bachelor-Thesis untersucht, welcher Standort in Deutschland bei den Chefs von Werbe- und Kommunikationsagenturen als der Attraktivste gilt. Welche Kriterien für die Standortwahl und für die Eröffnung neuer Agentur-Standorte entscheidend sind, waren weitere Fragen, die an alle Agenturen des Gesamtverband Kommunikationsagenturen (GWA) sowie an die 50 größten inhabergeführten Agenturen Deutschlands gingen. Teilgenommen an der Online-Befragung, die von Januar bis Februar 2012 lief, haben 43 Agenturchefs.

Hamburg beliebtester Agenturstandort

Über die Hälfte der Werbeexperten favorisiert den Norden: 54 Prozent finden, dass Hamburg der attraktivste Standort in Deutschland ist. Ein Drittel favorisiert die Hauptstadt Berlin (33 Prozent). Die Main-Metropole Frankfurt bildet das Schlusslicht.

Rekrutierungsmöglichkeiten wichtig

Für alle befragten Geschäftsführer ist die Möglichkeit, qualifizierte Fachkräfte zu finden, ein zentraler Grund für die Standortwahl. Für entscheidend halten fast alle die Kreativität sowie die Lebensqualität einer Stadt (96 bzw. 95 Prozent). Auch das persönliche Netzwerk vor Ort oder die Wirtschaftsstärke der Region spielen eine große Rolle (70 bzw. 72 Prozent). Regionale Preisunterschiede bei Gehältern oder Mieten sind dagegen weniger wichtig.

Mehrere Standorte kein Wettbewerbsvorteil

Über die Hälfte der Teilnehmer (56 Prozent) findet, dass Agenturen, die an mehreren Standorten in Deutschland vertreten sind, dadurch keinen Wettbewerbsvorteil haben. „Die räumliche Nähe zu Bestandskunden oder Neukunden ist vielen Agenturchefs im digitalen Zeitalter nicht mehr so wichtig“, berichtet Tina Mons, die von Professor Andreas Baetzgen betreut wurde. Sie empfiehlt Agenturen, über neue Organisationsformen nachzudenken, die ein virtuelles Arbeiten möglich machen. „Insgesamt ist mehr Flexibilität und weniger Präsenzkultur gefragt, um die besten Mitarbeiter zu gewinnen“, ergänzt Baetzgen.

Hier geht es zur Studie:

http://idw-online.de/de/attachmentdata15864.pdf

Partner der Studie war die Fachzeitung HORIZONT.

(Quelle für Text/Bild: Hochschule der Medien Stuttgart / http://www.hdm-stuttgart.de/ww – Studiengang Werbung und Marktkommunikation)

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